Unlauterer Wettbewerb?

Eben gerade erhielt ich einen aufmunternden Anruf von der Frau K. von der 6 aus 49 Agentur irgendwo aus Deutschland. Wie schon so oft bin ich mal wieder einer von 100 Ausgewählten Leuten, die für die nächsten 13 Sonnabende ein 6 aus 49 Los mit 11 Reihen geschenkt bekomme. Toll denke ich mir 8-).

Das Beste daran: Ich gehe auch gerne einkaufen und bekomme deswegen noch eine Rabattkarte über 25% für 3000 Geschäfte mit dazu. Ich sage dazu natürlich: “Das ist doch Klasse.”

“Besitzen Sie Internet?” tönt es aus meinem kleinen Handylautsprecher (warum benutzen die immer nur die teueren Nummern ... liegt es daran, dass ich nur meine Handynummer bei Online-Bestellungen angebe?). Ich antworte wahrheitsgemäß und erhalte anstelle der 25% plötzlich 35%.

“Eine Haken hat die Sache” ... Ich wußte es ... “Leider geht das nicht ganz kostenfrei, weil der Staat das so will. Sie müssen für jeden Samstag ein Super 7 Los im Wert von 9.xx€ kaufen, gewinnen aber garantiert immer mindestens 10€. Sollten Sie trotzdem einmal nicht gewinnen erhalten Sie den gesamten Monateinsatz wieder” (Klasse ^_^ die Aussage war ein Widersrpuch in sich).

Es musste so kommen und ich grinse mir schon eins und meine Freundin läuft derweil auch schon grinsend raus.

“Ich muss dann also 40€”, “39.92€” korrigiert sie, “bezahlen?” frage ich. “Ja, aber das erhalten Sie doch garantiert wieder.”

“Nehmen Sie auch Teil an der Auslosung?” frage ich. Natürlich tut sie das nicht, immerhin bin ich einer von nur 100 Auserwählten und sie als Angestellte darf es ja sowiseo nicht. Sie sieht nur die Gewinnausschüttungen jeden Monat ...

Ich habe das Gefühl die Dame ordentlich über ihren Fragebogen gehetzt zu haben und setze zum ‘Final Thrust’ an, den Sie mit der Frage “Nun geben Sie mir mal Ihre 12 persönlichen Glückszahlen” einleitet.

“Ich bin also schon das zweite mal ein Glücklicher unter 100? Da glaube ich nicht drann. Da nehme ich lieber Abstand von.” entgegne ich. “Wie bitte? Sie wollen kein Geld gewinnen?” kommt von ihr. Nein ich möchte keins ausgeben, denke ich und sage: “Nein, aber ich wünsche, dass Sie mich aus Ihrer Datenbank löschen.” Und ehe ich Auf wiedersehen sagen kann, hat die Frau K. aufgelegt. (Allerdings nicht ohne ein ihrerseits zynisches Auf wiedersehen zu zischen.)

Fazit: Ich wette, nächsten Monat ruft wieder eine liebreizende Frauenstimme an, der man ersteinmal nicht widersprechen kann und bietet mir als einer unter 100 eine einmalige Gelegenheit. Und ich werde mich dann hoffentlich noch an den ct' Artikel erinnern und fragen, warum ich mal wieder einem unlauteren Wettbewerb am Telefon ausgesetzt werde.

(Mal die Frage an das Auditorium: macht da jemand mit und hat er/sie schonmal was gewonnen? vielleicht sollte ich die Dame K. zurückrufen :-P)